Montag, 13. August 2012

Thou shalt not be a victim, thou shalt not be a perpetrator, but, above all, thou shalt not be a bystander. - Yehuda Bauer

Vor einiger Zeit habe ich schon mal über einen Film mit Meryl Streep geschrieben....Heute erzählte mir meine Tochter, daß einige ihrer Freunde zur Zeit in Israel Urlaub machen. Das erinnerte mich an ein kürzlich gelesenes Buch, das ich während meines letzten Aufenthalts in Deutschland auf einem Bücherbazar gefunden habe: "Sophies Entscheidung" von William Styron. Als eingefleischter Streep-Fan kannte ich den Film aus den 80ger Jahren natürlich, und so fiel mir dieses alte Taschenbuch natürlich ins Auge....
Tja, wie das oft so ist, wenn ein Buch verfilmt wird: wenn man das dem Film zu Grunde liegende Buch bereits gelesen hat, ist man oftmals von der filmischen Adaption enttäuscht. Hat man den Film gesehen und liest erst danach die literarische Vorlage, ist man oft überrascht, wie verkürzt - und oftmals leider am Wesentlichen vorbei - die Handlungsstränge im Film wiedergegeben sind....
Im Fall von "Sophies Entscheidung" war das filmische Ergebnis jedoch ziemlich gut. Styrons Buch entwirft auf (winzigst gedruckten) 570 Seiten eine Geschichte, die in ihrer Komplexität und Fülle von Informationen so weit über den Film hinaus geht, daß ich mich fragen mußte, wie es die Drehbuchschreiber am Ende doch noch geschafft haben, daraus eine so hervorragende Vorlage für den Film zu verfassen....(Generell glaube ich aber, daß sich viele Bücher einfach nicht zur Verfilmung eignen, man sollte es dann lieber beim geschriebenen Wort belassen. Beispiele für unglückliche Verfilmungen von Büchern gibt es zuhauf...)
Styron schreibt über die Polin Sophie und ihren Leidensweg als behütete Tochter eines Universätsprofessors, die die Judenverfolgung in Krakau und die Greuel der Konzentrationslager am eigenen Leib erleben muss, bis sie schließlich nach Amerika flüchten kann. Endlich in Sicherheit, kann sie sich der Erinnerung an die unmenschlichen Greuel jedoch nicht entziehen. Styron beschreibt intensiv, wie Sophie - stellvertretend für viele dieser Flüchtlinge und Überlebenden - nicht mehr in der Lage ist, den Weg zurück in ein "normales" Leben zu finden...Im Buch sowieso, aber auch im Film ist diese Geschichte fast grauenhaft authentisch dargestellt und sicher keine leichte Kost, weder für den Leser noch für den Zuschauer...aber absolut empfehlenswert!!!!
Dies bringt mich auf ein ähnliches Thema und auf einen weiteren, erst kürzlich von mir entdeckten Autor, aber dazu im nächsten Post....