Donnerstag, 7. Februar 2013

Ich habe niemals Höhlen gegraben....- Jean Paul Sartre

Ich bin wieder in Athen. Die letzten 6 Wochen sind manchmal wie im Flug, manchmal wie in Zeitlupe vorbeigezogen. Nun ja, ein weiteres Kapitel meines Lebens ist unwiderruflich abgeschlossen. Das ist nichts Besonderes, uns allen geht es ja irgendwann so. Trotzdem betrifft es erstmal nur mich. In diesen Augenblicken fühlt nur das "Ich". Aber nun genug davon. Die Zeit heilt viele Wunden, und was übrig bleibt, sind seelische Vernarbungen, wie wir alle sie haben.

Heute sind auch schon meine Bücherkisten angekommen, die ich in Deutschland weggeschickt hatte (eine Auswahl der Bücher meiner Mutter). Darunter befand sich auch ein wunderbares Buch, das mich als Studentin in der Zeit der unvermeidlichen Begeisterung für den Existenzialismus sehr beeindruckt hatte. Heute Nachmittag habe ich es in einem ruhigen Moment mal wieder "quergelesen": Die Wörter von Jean-Paul Sartre. Nach wie vor ein lesenswertes Stück Literatur. Eine schöne Stelle ist die folgende:

Ich habe niemals Höhlen gegraben und Vogelnester gesucht,
niemals botanisiert und mit Steinen nach Vögeln geworfen.
Aber die Bücher waren meine Vögel und meine Nester, meine
Haustiere, mein Stall und mein Gelände; die Bücherei war die
Welt im Spiegel; sie hatte deren unendliche Dichte, Vielfalt, 
Unvorhersehbarkeit.


Ist das nicht eine wunderbare Beschreibung, was Bücher uns bedeuten können ?!