Mittwoch, 1. Mai 2013

In ihren finsteren Seelen schwankte es mit einem Mal so heiter. Und auf ihren Gesichtern lag ein mädchenhafter, zarter Glanz von Glück. - Patrick Süßkind

Sicherlich kennen die meisten von Euch Patrick Süßkinds "Das Parfüm"...es gehört ohne Frage zu meinen Lieblingsbüchern, ich hatte es ziemlich bald nach dem Erscheinen in den 80er Jahren gelesen. Erinnert Ihr Euch an die ersten Seiten mit der Beschreibung des Gestanks, der im Paris des 18.Jahrhunderts geherrscht hatte?  Einfach grandios! ("Eingeholt" hat mich das Buch wieder, als meine Tochter vor 2 Jahren in ihrer Deutsch-Abiturprüfung just "Das Parfüm" als Thema hatte!)
In einer Bücherkiste mit ausgemusterten Büchern, die mir meine Freundin brachte, fand ich die Ausgabe der ersten Auflage des Diogenes-Verlags aus dem Jahre 1985. Ich konnte gar nicht fassen, daß jemand dieses Buch aus seinem Bücherregal "verbannt" hatte! Jedenfalls wollte ich es eigentlich behalten, habe dann aber festgestellt, daß ich genau die gleiche Ausgabe besitze....naja, und weil ich es ja nicht doppelt brauche, war die große Frage, was ich damit anfangen könnte. Der langen Rede kurzer Sinn, es wurde ein Häuschen daraus:

Ein wunderbar altes Stück Holz, beklebt mit einem Vintage-Label aus Grasse, die Tür und das Dach beklebt mit dem Vorsatzpapier des Buches, einer alten Karte von Paris. Schließlich noch aufgehängt an einer alten Baumwollspitze, die ich erst vorgestern auf einem Flohmarkt entdeckt habe! Ungewollt witzig an der Geschichte ist, daß ich dieses Holz mit einem neuen Wachs eingelassen habe, das aber einen ganz eigenartigen Geruch hat, wie ich danach voller Schreck feststellen mußte. Ich dachte, er würde sich nach ein paar Stunden verlieren, aber nichts da! So hat mein Mann kurzerhand einfach etwas von seinem Eau de Cologne drübergesprayt und siehe da, der Wachsgeruch war weg...
Das ist nun mein ganz persönliches "Parfüm-Haus" geworden, das schon seinen Platz im Wohnzimmer gefunden hat....und noch immer ein wenig nach Parfüm riecht! Passender geht's doch nicht, oder?

Übrigens, weil ich ja manchmal auch über Filme schreibe: Die Romanverfilmung des "Parfüms" von Tom Tykwer ist meiner Meinung nach ziemlich gelungen - was man ja von nur wenigen Romanverfilmungen behaupten kann. Und auch die bissige Satire "Rossini" von Helmut Dietl um die Erringung der Filmrechte ist sehenswert (Süßkind hat selbst dazu das Drehbuch verfaßt - und schließlich die Filmrechte des Romans für sage und schreibe 10 Millionen an Bernd Eichinger verkauft! Noch Fragen?????).