Montag, 8. Juli 2013

Die unsichtbare Frau....

Wie ich es mir schon gedacht hatte, als ich Siri Hustvedts Buch in die Hand nahm, erwartete mich ein absolutes Kontrastprogramm zu den beiden Büchern, die ich noch vor ein paar Tagen empfohlen hatte.....
Nachdem ich aber schon etwas von Hustvedt gelesen hatte und ich sehr angetan war von ihrer Prosa, wollte ich mir ihre "unsichtbare Frau" nicht entgehen lassen.

"Iris Vegan, Literaturstudentin in New York: eine intelligente, schöne Frau, aber auch unsicher, beeinflußbar, auf der Suche nach sich selbst - eine Idealfigur für die Phantasien der Männer. Wie unter einem inneren Zwang läßt sie sich auf eine Reihe von erotischen Abenteuren ein".
 Soweit der Klappentext, der dem Buch aber meiner Meinung nach nicht gerecht wird. Vermutet man nun, das Buch entfalte eine Reihe von erotischen Abenteuern, so wird der Leser enttäuscht. Hustvedt geht subtiler vor, denn die Abenteuer der Protagonistin sind oftmals nur angedeutete Möglichkeiten,  in sich selbst höchst verstörend.  Sie sind der unterschwellige Auslöser für eine existenzielle Sinnkrise, an der Iris fast zu Grunde geht. Dies war für mich der wichtigere Inhalt des Buches.
Ich muss sagen, Siri Hustvedt vermag es, den Leser zu verstören, jedenfalls ist es mir so ergangen beim Lesen. Ich gebe zu, daß ich so manche Passage im Buch noch immer nicht richtig einordnen kann, ich denke noch darüber nach....(auch das ein Zeichen für die Qualität des Buches, weil es den Leser zum Nachdenken anregt).
Über allem steht jedoch Hustvedts brilliante Prosa (man vergesse nicht, daß sie die Frau von Paul Auster ist und deshalb sicher den kritischsten Kritiker gleich in der Familie hat!).
Keine leichte Lektüre, aber nie langweilig, laßt Euch darauf ein!
In meinem Regal stehen noch Hustvedts Romane "Was ich liebte" und "Die Leiden eines Amerikaners" - beides schon gelesen und ebenfalls anzuraten....