Montag, 5. August 2013

Petros Markaris....

Unter einigen gebrauchten Büchern, die mir meine Freundin letzte Woche wieder zum "Verarbeiten" gegeben hat, fand ich u.a. auch einen von mir noch nicht gelesenen Roman von Petros Markaris, einem griechischen Autor, der unter uns Deutschen hier in Griechenland natürlich sehr beliebt ist, aber auch in Deutschland seine feste Fangemeinde hat. 


Im inzwischen leider schon fast bis zur Lächerlichkeit ausufernden Wust von "Regionalkrimis", gehört Markaris eher zur ersten Generation von Krimiautoren, deren Geschichten nicht zuletzt vom Lokalkolorit ihrer Stadt oder Gegend leben. Man denke nur an die unschlagbaren Andrea Camilleri, Jean Claude Izzo, Henning Mankell, Donna Leon, Michael Dibdin und noch so den einen oder anderen...
Ich glaube aber, man muß sich mittlerweile echt vorsehen bei der Buchauswahl. 
So habe ich witzigerweise erst gestern eine Empfehlung über neu erschienene Regionalkrimis von Amazon erhalten, wo ich u.a. wohl auch als "Regionalkrimileserin" gespeichert bin: Krimis aus Usedom, aus Braunschweig, aus Schwetzingen und -  nun haltet Euch fest: aus Kraichgau!!!! Wo zum Teufel ist das denn?
Ich mußte so darüber schmunzeln und kam dadurch auch auf die Idee, mal darüber zu bloggen. 
Jetzt gebe ich natürlich zu, daß ich auch alle bisher erschienenen Krimis von Jörg Maurer, die in meiner Heimatstadt Garmisch-Partenkirchen spielen, gelesen habe. Aber auch nur seine, denn ich kann mich an ihn erinnern, war er doch in der selben Schule wie ich - ein paar Klassen über mir. Und viele Jahre später habe ich ihn in München als hervorragenden Musikkabarettist erleben dürfen, was in seinen Büchern auch zu spüren ist. Also, es sei mir verziehen. (Nun sind auch genügend andere sogenannte "Alpenkrimis " erschienen, aber die habe ich mir bisher ganz stur verkniffen!). 
Ich vermute also, daß die Verlage diesen Markt "auf Teufel komm raus" bedienen wollen und irgendwelche Möchtegernautoren dazu animieren, ihre Heimatstädte oder- dörfer gehörig "auszuschlachten". Naja, man muß ja, wie gesagt, nicht alles lesen....

Um aber auf Petros Markaris zurückzukommen: Interessant an seinen Büchern ist die Aktualität, er geht immer auf die jeweiligen Zustände in Griechenland und Athen ein, baut oft sein Plot darauf auf. Immer gut recherchiert, sind seine Bücher natürlich vor allem für uns, die hier leben, sehr interessant.  Hier eine kleine Auswahl:

Ein kleiner Wermutstropfen schleicht sich allerdings in meine Empfehlung ein: schon immer stören mich die Übersetzungen ins Deutsche. Zu störrisch kommen manche Sätze daher, zu wörtlich "korrekt" wird so Manches ins Deutsche übertragen, was den Lesefluss manchmal dann doch etwas holprig macht und dem Original nicht gerecht wird. Beim Lesen denke ich oft darüber nach, wie ich es ausdrücken würde (da kann ich nicht aus meiner Haut!). Aus miterlebten Lesungen von Markaris weiß ich natürlich, daß er hervorragend Deutsch spricht und die Übersetzungen ins Deutsche wohl auch nachlektoriert. Gerade deshalb aber bin ich oft enttäuscht. Ich glaube, Vieles könnte flüssiger und eingängiger übertragen werden (ich denke da z.B. an die Übertragungen von Andrea Camilleri durch den wunderbaren Moshe Kahn!).
Aber sei's drum. Empfehlenswert sind seine Bücher allemal, wenn Ihr Euch für die Zustände in unserer schönen Stadt Athen und Griechenland interessiert...