Freitag, 27. September 2013

Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor...


Dies ist heute mein 100. Beitrag auf meinem Blog!
Auf das obige Goethe-Zitat eingehend, sollte nun eine tiefschürfende Replik folgen, aber könnte ich dies, wäre ich Schriftsteller geworden und nicht eine unbedeutende "Kunsthandwerklerin"...
Aber dennoch sei mir heute ein kurzes Fazit erlaubt:
18 Blog-Monate, 100 Beiträge, 8780 Klicks und 4 Followers (ein paar mehr hätten's bittschön schon sein dürfen...schnief!!!)
Und so stelle ich mir natürlich die Frage, warum mache ich das eigentlich?
Wahr ist, daß das Internet überschäumt von Blogs über alles, was man sich vorstellen kann (oder auch nicht!). Jeder von uns Bloggern meint, er hätte der Menschheit etwas mitzuteilen!
Das ist die fragwürdige Seite dieses so populären Schreibens im anonymen Kosmos des Internets.
Und natürlich frage ich mich, wer liest das alles eigentlich? Wo sind all diese Gedanken denn abgeblieben, als es das Internet noch nicht gab? Was sollen die Menschen mit meinen "Geistesergüssen" anfangen? Wie persönlich darf und soll man auf seinem Blog werden? Inwieweit ersetzen diese Blogs nicht auch irgendwie unsere guten alten Tagebücher? Viele Fragen, die jeder Blogger nur für sich beantworten kann....
Für mich selbst kann ich allemal zwei Beweggründe anführen: Mein Blog ist zunächst ein Ersatz für mein Tagebuch, in dem ich meine Gedanken ab und zu auf die Reihe bringen kann. Insofern sind meine Beiträge für mich eher flüchtige Momentaufnahmen, die aber sehr wohl einer Art strenger, persönlicher "Zensur" unterworfen bleiben. Und in unserer so krankhaft arbeitswütig-erfolgstrunkenen Welt von Heute, die allzu wenig Zeit für regelmäßige mitmenschliche Kontakte läßt, ist ein Blog ein ganz bescheidener Weg zur Kommunikation mit Gleichgesinnten (die eine oder andere anregende virtuelle Bekanntschaft ist daraus schon entstanden...).

Nicht mehr und nicht weniger, soweit es mich betrifft. Und so werd' ich wohl einfach hier weiterschreiben, mich über jeden Besucher und Kommentar freuen, von Zeit zu Zeit meine Posts ausdrucken und mir eines Tages ganz profan aus all diesen Blättern ein nicht mehr nur virtuelles Tagebuch binden - was mich dann wieder zu Freund Goethe und seinem allzeit aktuellen Faust zurückführt:

Wie anders tragen uns die Geistesfreuden, 
Von Buch zu Buch, von Blatt zu Blatt! 
Da werden Winternächte hold und schön, 
Ein selig Leben wärmet alle Glieder, 
Und ach! entrollst du gar ein würdig Pergament, 
So steigt der ganze Himmel zu dir nieder.

 In diesem Sinne, liebe Blogger-Kollegen: Auf die nächsten 100!

Ich lese gerade das wunderbare Buch  Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry von Rachel Joyce (darüber mehr im nächsten Beitrag!). Euch allen ein schönes Wochenende!

Kommentare:

  1. moin andrea,
    von blog zu blog, von post zu post...
    ;) ganz ohne absicht der welt etwas mitzuteilen begann ich zu bloggen für meinen sohn, den weltenbummler.
    auch im hintersten indien, im jemen und in nigeria hatte er die möglichkeit ins internet zu kommen um nachrichten aus der heimat zu lesen. inzwischen ist er beamtet mit festen wohnsitz und es besteht keine notwendigkeit, ist mir aber zu einer lieben gewohnheit geworden.
    also auf die nächsten hundert!
    bei österreichischen kochbüchern benötige ich auch eine übersetzung *ggg*.
    liebe grüsse!
    kelly

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    1. Liebe Kelly, das ist wirklich ein schöner Grund, warum Du zu bloggen angefangen hast!!!! Und warum sollte man auf seinen lieben Gewohnheiten verzichten, auch wenn der Hauptbeweggrund weggefallen ist. In diesem Sinne: weiter so! LG Andrea

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  2. Ich, ich, ich lese dein Blog und ich mag ihn sehr, wie du wohl weißt. Tja, warum folgen einem Blog so wenige und andere werden überrannt? Weil das Schreiben über Klamotten und Make-up wohl eher zu den Lieblingsthemen in der Bloggerwelt zählen. Ich bin immer froh wenn ich kleine Perlen wie dein Blog finde.
    Meine Fragen über das Bloggen gleichen deinen Fragen. Wie persönlich darf und soll man werden? Gute Frage. So persönlich wie man es vor sich vertreten kann. Das ist zumindest mein Umgang mit dieser Materie.
    Nicht unbedingt als Tagebuch (zu persönlich) aber als Erinnerungsbuch habe ich mit dem Bloggen begonnen. Wohin mit seinen Erlebnissen der Aufenthalte in Ägypten? Wo kann man diese Interessieren mitteilen? In einem Blog, das war meine Idee mit dem Bloggen zu beginnen. Nur bin ich nicht genug in Ägypten um alleine damit das Bloggen am Leben zu halten, also kamen nach und nach noch ein paar Dinge dazu, die ich gerne mit anderen Teile. Bücher, Fotos, etc.
    Die virtuellen Freundschaften die bisher entstanden sind möchte ich auch nicht mehr missen. Sie sind für mich anders, aber nicht unbedeutender als persönliche Freunde ;-)

    Ich freue mich auf weitere schöne Beiträge von dir, nicht nur auf die nächsten Hundert!!!

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    1. Meine liebe "virtuelle" Freundin, Du wirst es nicht glauben, aber gerade jetzt erst hab ich Deinen Kommentar auf meinen alten Beitrag entdeckt...und ich fand den Ausdruck "Erinnerungsbuch" definitv besser als "Tagebuch", wie ich es ausgedrückt hatte!!!! :)

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  3. Warum bloggt man? Das ist eine gute Frage, die ich mir auch ab und zu stelle.
    Viele Freunde lieben auch Bücher und fragen mich oft, welches Buch ich gerade empfehlen würde. Früher habe ich in meiner Excel Liste reingeschaut, jetzt schaue ich in meinem Blog. Und mir macht es viel Spaß, den Blog zu pflegen. Da ich leider momentan nicht arbeiten kann, ist es auch ein schöner Zeitvertreib:-)
    Ich bin froh, Deinen Blog jetzt zu kennen. Weiter so!
    Liebe Grüße
    Méditerranée

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