Mittwoch, 25. September 2013

Der neue Kluftinger....

Ich schreibe hier ja immer lieber über Bücher, die mir besonders gefallen haben. Hier nun dennoch mal wieder ein kleiner Wermutstropfen....
Lange hatte ich darauf gewartet, dann endlich bekam ich vor ein paar Tagen den neuen "Kluftinger", respektive das neue Buch des Allgäuer Autorenduos Klüpfel / Kobr. Es ist das nunmehr siebte Buch der Regionalkrimireihe um den tolpatschigen Komissar Kluftinger. Eine Freundin hat es mir aus Deutschland mitgebracht, und ich freute mich wie ein kleines Kind aufs Lesen, denn die ersten Bücher der Reihe fand ich sehr kurzweilig.

Tja, nun hab' ich's durchgelesen und bin sehr enttäuscht. Die eigentliche Krimihandlung ist sehr gut, aber es nerven die allzu unvermittelten Abschweifungen zum Thema "Tolpatschigkeit" des Hauptermittlers Kluftinger. Natürlich werden jetzt Manche sagen, davon lebten auch die vorherigen Bücher. Aber in "Herzblut" geht das auf Kosten der eigentlichen Krimihandlung. Das Buch umfasst immerhin 400 Seiten, und ich gebe zu, daß ich so manche Seite einfach "quergelesen" habe, wenn allzu ausschweifend und bemüht auf der Einfältigkeit und dem Hinterwäldlertum des Protagonisten herumgeritten wird. Schade. Ich verstehe sehr wohl, daß es schwierig sein muß, immer wieder neue Ideen zu einem vormals erfolgreichen Leitthema zu finden, und sicherlich ist auch der Druck durch die Verlage groß, denn man will ja verkaufen. In diesem Falle jedoch hätte sich das Autorenduo etwas zurücknehmen sollen, ein paar Seiten "Kluftinger-Sottisen" weniger hätten dem Buch nicht geschadet, ganz im Gegenteil.
Und so beschleicht mich der Gedanke, daß es zu Recht große Qualitätsunterschiede gibt, man denke an die langjährige sizilianische Reihe um Comissario Montalbano aus der Hand des unermüdlichen Meisters des Regionalkrimis: Andrea Camilleri !