Sonntag, 10. November 2013

Die meisten verstehen nur die Frakturschrift im Buche der Schöpfung und übersehen die kleine Perlschrift auf Wiesenblumen und Schmetterlingsflügeln. - Adalbert Stifter

Kalles Beitrag von letzter Woche auf Kerkis Designblog erinnerte mich daran, daß sich unter den mir "überlassenen" Büchern ab und an noch ein altes Buch in Frakturschrift findet.



Beinahe unabhängig vom Inhalt, hebe ich diese Bücher fast alle auf, werden sie im Laufe der Jahre ja immer seltener in unseren Bücherregalen werden. Ich finde diese Schrift so schön und aus mancher "Fraktur-Buchseite" habe ich schon etwas gebastelt, wenn auch immer sehr sparsam! Vor vielen vielen Jahren hatte ich mal irgendwo gelesen, wie die Frakturschrift entstanden ist, aber so genau wußte ich es jetzt auch nicht mehr (mein Hirn gleicht immer mehr einem Sieb!). Deshalb habe ich kurz bei Wikipedia nachgeforscht und folgende interessante Antworten gefunden - in aller Kürze:

Gebrochene Schrift ist eine Sammelbezeichnung für eine Reihe lateinischer Schriftarten, bei denen die Bögen eines Buchstabens ganz oder teilweise gebrochen sind, d. h. aus einer Schreibbewegung entstehen, in der ein oder mehrere erkennbare abrupte Richtungswechsel in der Strichführung einen sichtbaren Knick im Bogen hinterlassen.

Enstanden sind diese Schriften in der Mitte des 12. Jahrhunderts, als sich in Europa der Kunststil der Gotik ausbreitete. Eine der auffälligsten Änderungen in der Architektur war der Übergang vom romanischen Rundbogen zum gebrochenen gotischen Spitzbogen. Dieses Stilelement der Bogenbrechung wurde dann auch auf die Bögen der Buchstaben angewendet.

Die erste Frakturschrift für den Buchdruck wurde 1513 in Augsburg entworfen und z.B. in einem von Albrecht Dürer illustrierten Gebetbuch verwendet.

Vor allem zur Zeit des Nationalsozialismus erlebte die Fraktur insbesondere als Auszeichnungs-, aber auch als Textschrift zunächst eine Renaissance, da sie als deutsche Schrift betrachtet wurde, wurde dann aber Gegenstand einer längeren Auseinandersetzung. Man einigte sich schließlich darauf, ab 1940 alle für das Ausland bestimmten Texte in der "Normalschrift" Antiqua zu setzen, was sich dann allgemein durchsetzte und so erschien 1941 dann auch der Duden letztmals in Fraktur....

Welch interessante Geschichten doch hinter so einer Schrift stecken...werde mich bei Gelegenheit mal genauer damit beschäftigen!