Mittwoch, 4. Dezember 2013

Aber in der Welt, wie Garp sie sah, sind wir alle unheilbare Fälle.... John Irving

Mit diesem lapidaren Satz endet Irvings Roman "Garp und wie er die Welt sah".
"Stilistische Virtuosität, groteske Eskapaden und die für Irving typische Mischung aus Realismus und Absurdität machen den einzigartigen Charakter dieses Buches aus....Auf einer Reise macht Garp die Erfahrung, dass Leiden, Schmerz und Vergänglichkeit Grundtatsachen des Lebens sind – und dass der Glaube an einen festgelegten Sinn oder daran, das Leben lenken zu können, nichts als pure Illusion ist..."
Soweit der Klappentext.
Jetzt habe ich "Garp" zu Ende gelesen und empfinde dieses Buch - auch nach dem zweiten Lesen nach immerhin ca. 30 Jahren - als eine außergewöhnliche Geschichte über uns, die wir das Recht auf ein unvorhersehbares, selbstbestimmtes, ja auch unangepaßtes Leben haben - frei in Gedanken, Taten und Lebensformen. Nur in diesem Sinne sind wir wohl "unheilbare" Fälle, ja sollten es geradezu sein, wie Irvings Schlußsatz suggeriert!
So mancher Leser mag sich fragen, welch skuriles Panoptikum an Geschichten der Autor uns da beschert, aber für mich sind es gerade diese Absurditäten, die unser Dasein ausmachen, nein, ausmachen sollten. Nur so kann ich vielleicht die Gewißheit haben, daß mein eigenes, kleines, undenkwürdiges Leben am Ende doch einen - hoffentlich genug absurden - Sinn hatte....jedenfalls würde mich das freuen!
"Literatur muß besser gemacht sein als das Leben", wird Garp im Buch zitiert, und Irving zelebriert mit seinen ungewöhnlichen Geschichten immer wieder dieses Motto...also, einfach mal reinlesen, so Manchen wird das Buch nicht mehr loslassen!
Und wer es nicht lesen will, dem sei die gute alte Verfilmung mit Glenn Close und Robin Williams empfohlen....