Freitag, 17. Januar 2014

Es ist ein großer Unterschied, ob ich lese zum Genuss und Belebung oder zur Erkenntnis und Belehrung. - Goethe

Da ich zur Zeit ziemlich viel an meinem PC sitze, um Einiges auf meiner Site und meinem e-shop auf den neuesten Stand zu bringen, konnte ich nicht umhin, auch an meinem Blog etwas "rumzuspielen". So habe ich endlich auch eine Liste meiner Rezensionen bzw. Empfehlungen hinzugefügt.
Dabei dachte ich unwillkürlich darüber nach, welche Bücher ich so in den lettzen Monaten gelesen habe. Hier auf dem Blog erwähne ich ja nicht alle, sondern meist nur die, die mich besonders beeindruckt (oder z.B. auch nur amüsiert haben).
Nach der kürzlichen Lektüre von Saul Bellow, den ich Euch ja vorgestellt habe, bin ich nun wieder abgetaucht in die "Niederungen" der Krimis. Gelesen habe ich Marcello Fois, Der Tod wäscht alles rein, Peter James, Stirb schön und Karin Slaughter, Vergiss mein nicht, alle aus meinem SUB.
Ich werde diese Bücher hier nicht einzeln vorstellen, sie alle sind gut geschriebene Krimilektüre, die man so "mitnehmen" kann....

Viel mehr interessierte mich heute mein eigenes Leseverhalten, denn meine Rezensionsliste erscheint schon recht seltsam: von Joyce, Barnes, Roth, Irving, Houllebecq hin zu Maydall, Safier oder Klüpfel/Kobr....
Sicher ist es so, daß mir schon als Literaturstudentin die Kommilitonen recht zuwider waren, die sich lesend nur in den höheren Gefilden der Literatur tummelten. Oft erschien es mir aufgesetzt, und nicht selten beschlich mich der Verdacht, daß auch diese "Superstudenten" heimlich im Kämmerlein so das eine oder andere "nicht-hochliterarische" Buch verschlungen haben, es aber aus Prestigegründen als angehende Literaturwissenschaftler nicht zugeben wollten...
Wie auch immer, ich für meinen Teil habe schon immer die Abwechslung zwischen "hoher" Literatur und (allerdings gut geschriebener) Belletristik gebraucht. Vielleicht hat es auch einfach zu tun mit der jeweiligen Lebenssituation, den wechselnden psychischen Belastungen und der daraus entstehenden Notwendigkeit, sich einen Ausgleich zu schaffen oder sich im Gegenteil ein richtig anspruchsvolles Stück Literatur "reinzuziehen"....

Wie seht Ihr das?
Gibt es auch bei Euch diese teilweise extremen Schwankungen hinsichtlich des Anspruchs, den ein Buch an Euch stellt und wieso entscheidet Ihr Euch für das eine oder andere Buch? Macht Ihr das bewußt oder ganz aus dem Bauch heraus?
Ich würde mich freuen, ein paar Einsichten von Euch zu bekommen!

Anbei noch ein ganz kurzer Film mit schönen Zitaten über das Lesen: 
http://www.youtube.com/watch?v=JvK1i75GdKc 


Kommentare:

  1. Ich betrachte Menschen, die nur die "hohe Literatur" lesen, auch mit ein wenig Mißstrauen.
    Kann man das überhaupt, nur anspruchsvolle Bücher lesen? Ich zumindest kann es nicht. Mein Alltag bestimmt zu einem Teil meine Lektüre. Ist meine Arbeit anstrengend, habe ich Privat viel um die Ohren, kann ich mich nicht auf komplizierte und anspruchsvolle Bücher konzentrieren. Mir geht es da also eher wie dir, meine Leseliste ist bunt gemischt.
    Bei der leichten Unterhaltung bekomme ich allerdings immer mehr Probleme, sie gefällt mir immer weniger. Habe ich bisher gerne Thriller für "Zwischendurch" gelesen, so finde ich die meisten nur noch dämlich. Lustige Bücher finde ich meistens albern, usw.

    Bei der Auswahl meiner Bücher halte ich mich gerne in der Mitte auf. Wolfram Fleischhauer hat es einmal so schön ausgedrückt:
    "Hierzulande sieht es ja so aus, als habe das Haus der Literatur nur zwei Stockwerke: einen fast völlig isolierten Elfenbeinturm und ein überfülltes, etwas marktschreierisches Parterre, wo es sehr laut und hektisch zugeht. Dazwischen gibt es aber noch ein wenig besuchtes Geschoss, wo sich der für mich interessanteste Teil der Welt tummelt. Dort wohnen die Erzähler. Da gefällt es mir am besten
    Quelle

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  2. Sehr sehr schönes Fleischhauer-Zitat!!!! Genau im Zwischengeschoß läßt es sich schön tummeln........

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