Dienstag, 4. März 2014

August: Osage County

Normalerweise schreibe ich hier ja vorrangig über Bücher, aber die Oscarverleihung von vor 2 Tagen hat mich auf einen Film gebracht, den ich ich euch doch kurz vorstellen möchte:
Die Leser meines Blogs wissen ja, daß ich ein Fan von Meryl Streep bin....ich glaube, ich kenne so fast alle Filme von ihr.
Jedenfalls war sie dieses Jahr auch (wieder mal) für einen Oscar nominiert für ihre Darstellung in dem Film August: Osage County.
Ein beeindruckendes Ensemble (Meryl Streep, Julia Roberts, Juliette Lewis, Chris Cooper, Dermot Mulrony, Julianne Nicholson, Margo Martindale u.a.) und die Vorlage des Theaterstücks von Tracy Letts machen diesen Film zu einem kleinen Kabinettstück in der Menge der letzten Jahres erschienenen Filmwerke.
Der Plot ist schnell umrissen: Die drei Töchter der krebskranken Violet Weston versammeln sich anläßlich der Beerdigung des Vaters, der sich ein paar Tage vorher umgebracht hat, in ihrem Elternhaus in einer ländlichen Gegend in Oregon. Jede der Töchter hat so ihre eigenen Probleme, und so prallen in diesen heißen, emotionsgeladenen Augusttagen die lange unterdrückten familiären Probleme gnadenlos aufeinander, angeschürt noch durch die kranke, medikamentenabhängige, aber unverbesserlich matriarchalische Mutter Violet....
Schon bei der Vorstellung des Films war mir klar, daß die Rolle der Violet nur ein Heimspiel für eine Schauspielerin vom Kaliber einer Meryl Streep sein konnte! Kritiker sprechen zu Recht von einer "Meisterklasse" der Schauspielkunst, was in manchen Szenen schon fast unheimlich wirkt - wobei sich das übrige Ensemble aber auch nicht verstecken muß, allen voran die - sicher aufgrund ihres Alters - abgeklärter und unprätentiöser wirkende Julia Roberts!
Die Theatervorlage ist erfreulich beibehalten worden, das Ganze spielt sich fast ausschließlich im Hause von Violet ab. Die aristotelische Einheit von Ort, Zeit und Handlung läßt den Film denn auch wie ein Theaterstück erscheinen, was natürlich den schauspielerischen Darstellungen mehr Gewicht verleiht. Also, ich fand den Film sehr dicht, sehr schwer, aber auch sehr gelungen. Vielleicht aber auch nur, weil ich ein Theaterfan bin...
Jedenfalls sollten sich die Fans von Meryl Streep unter euch diesen Film nicht entgehen lassen!
Und nur nebenbei bemerkt: Streep hat am Ende den Oscar dafür nicht gewonnen, aber wozu auch...sie hat ihren Platz im Olymp der herausragenden Schauspieler schon lange fest gebucht!