Donnerstag, 20. März 2014

"Krisenmanagement" auf griechische Art....

Viel viel Wahres, leider aber auch Unwahres ist in letzter Zeit wieder über die Krise in Griechenland zu lesen, Unwahres oft von Journalisten, die letztens keinen Fuß nach Griechenland gesetzt haben, wie ich vermute! Aber sei's drum...

Heute hatte ich ein sehr unschönes Erlebnis mit einem meiner Kunden, dem ich schon länger sehr aufwendige Präsentationsschachteln für seine Digitalalben herstelle. Vor ein paar Tagen bestellte er wieder einige Schachteln, änderte jedoch erheblich die Größe. Ich sagte seiner Frau daraufhin am Telefon, daß diese Änderung wahrscheinlich auch einen etwas höheren Preis bedeuten wird und wir beließen es dabei. Ich sollte die Schachteln trotzdem herstellen.
Das habe ich getan, habe die Kosten neu berechnet und ihm heute ausgeliefert. Da er ein langjähriger Kunde ist, berechnete ich ihm statt der neu errechneten 4 Euro mehr pro Schachtel nur 1 Euro zusätzlich!!!
Er beschimpfte mich daraufhin und meinte, das sei das wohl das letzte Mal, daß er bei mir bestellt hätte. Tatsache ist, daß ihn seine Frau über unser Gespräch nicht informiert hatte. Tatsache ist aber auch, daß er diese Schachteln auch in der alten Größe immer zu einem so absurd guten Preis erhielt, daß ich nie den Gewinn hatte, den ich normalerweise brauche, damit es sich für mich rechnet.
Nun, worauf will ich hinaus?
Auf die Krise hier in Griechenland: je länger sie andauert, je mehr man um jeden Kunden kämpfen muß und fast immer erhebliche Abstriche vom Gewinn machen muß, desto zahlreicher werden die Kunden, die die Krise ganz bewußt dazu benützen, ihre Lieferanten und Mitarbeiter im eigenen Land immer noch mehr im Preis zu drücken! Oftmals mit dem bescheuerten Hintergedanken, daß der Hersteller ja wohl froh sein kann, wenn er überhaupt noch Aufträge bekommt....
Wenn man dann bedenkt, daß dieser Photograph für eine Hochzeit an die 1800 Euro verlangt, in denen ein Digitalalbum (mit Schachtel!) und 1 Video inbegriffen sind, was ihn so um die 500 Euro kosten mag, dann fragt man sich, warum einer wegen 1 Euros zusätzlich so ein Theater macht und der Hersteller, der sowieso am untersten Ende der Preiskette ist, immer noch mehr zurückstecken soll...absurd und zermürbend...Und traurig, daß die Idee, zusammenhalten zu müssen und sich gegeneinander unterstützen zu müssen im Zeichen dieser Krise, bei vielen Griechen noch nicht angekommen ist!
Jedenfalls haben die griechischen Nachrichten hier gestern verkündet, man erwarte, daß im ersten Halbjahr 2014 1 von 2 Kleinbetrieben schließen wird, da er die verlangten Abgaben und aufgehäuften Schulden nicht mehr erwirtschaften könne. Tja, so sieht's aus hier  !!!!


Kommentare:

  1. Diese Rücksichtslosigkeit ist nicht nur in Griechenland zu erkennen, es leben die Ellebogen. Aber es ist tatsächlich ein Witz, dass der Kunde den einen Euro nicht mehr bezahlen möchte. Sei nicht traurig, wenn er nicht mehr bei dir bestellt, soll er doch einen anderen Dummen finden. Ich würde ihm zum Abschied noch ein wenig die Meinung geigen (kann man ja auch freundlich machen, habe ich mir sagen lassen).

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  2. Vielleicht ist diese Haltung wirklich überall inzwischen zu finden.....Jeder verlorere Kunde schmerzt schon arg in diesen Zeiten, aber: ich kann und will mich nicht vollends verbiegen, Krise hin oder her !!!!.

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