Donnerstag, 26. Juni 2014

Sometimes you eat the bear and sometimes the bear, well, he eats you. - The Big Lebowski

Kennt Ihr das, wenn ein Tag so vollkommen unproduktiv und "daneben" ist?
Heute war so ein Tag!
Da hat man am frühen Morgen die besten Vorsätze, hat sich seinen Plan zurechtgelegt - und dann kommt alles ganz anders. Nun muß man sich in einer Werkstatt ja meist schon am Vortag genau überlegen, was man am nächsten Tag so an Aufträgen herzustellen hat, man muß sich um die Materialien kümmern, man muß Kunden anrufen, Liefertermine abklären etc.
Und dann muß man im Laufe des Tages feststellen, daß das heute einfach nichts wird:
- weil z.B. Kunden mit aufwendigen Sonderwünschen anrufen, die man dann behutsam auf den Boden der" buchbinderischen Tatsachen" zurückbringen muß
- weil z.B. noch immer wichtige Materialien viel zu spät geliefert werden
- weil z.B. auf einmal eine Kundin ohne Vorwarnung hereinschneit und einen ungeplant lange beschäftigt
- weil ein anderer Kunde seinen Termin stündlich hinauszögert und am Ende dann gar nicht erscheint
...der "ganz normale Wahnsinn" eben!
Früher, als wir noch mehrere Angestellte hatten und ich mich vorrangig um meine Kunden kümmerte, war das kein Problem. Heute jedoch, wo man in diesen Krisenzeiten viel mehr wieder selbst in die reine Herstellung eingebunden ist, kann einen das ganz schön durcheinanderbringen.
Und ich habe zudem die Angewohnheit, daß ich mich an einem solchen Tag als so "unnütz" empfinde, wenn ich meine Aufträge nicht in der geplanten Zeit fertigstellen konnte und der Tag ergebnislos an mir vorbeigerauscht ist.  Im Gegensatz zu meiner früheren "Kopftätigkeit", ist die Buchbinderei ja eine Arbeit mit greifbaren "Ergebnissen", wenn aber am Ende des Tages selbst die nicht mehr übrigbleiben, dann werde ich ganz kirre....
Wie auch immer, dieser komische Tag ist Gott sei Dank vorbei!
Vielleicht war er auch einfach nur die "Strafe" für den produktiven und schönen gestrigen Tag, an dem ich so nette neue Kunden mit einem wunderschönen deutschen Buchladen hier in Athen kennengelernt habe und einen Platz auf einer interessanten Verkaufsmesse im Herbst ergattern konnte....



Wie das obige Zitat eben sagt: 
Mal fressen wir den Bär und mal frißt er uns!!! 

Ich hoffe nur, ich habe dem Bär heute gemundet!