Sonntag, 27. Juli 2014

Und so entschwindet er.....

Wieder ein gebrauchtes Buch, das lange in meinem Regal stand...
Die letzten Tage (und Nächte) habe ich endlich den letzten Roman über den legendären Komissar Wallander gelesen. Und ich konnte das Buch kaum mehr aus den Händen legen.
Die meisten von euch werden es gelesen haben, ich hinke immer etwas hinter der Aktualität her, ich weiß. Trotzdem ist es ein Buch, das ich hier in meinem Blog kurz erwähnen will.
Kurt Wallander, inzwischen 60 Jahre alt, wird Großvater, hadert weiterhin mit dem Alleinsein und der Gewißheit, in wenigen Jahren "zum alten Eisen" zu gehören. Ein letztes Mal wird er involviert in einen Fall, der ihn auch aus persönlichen Gründen nicht mehr ruhen läßt: Die Schwiegereltern seiner Tochter verschwinden auf mysteriöse Weise....
Es beginnt für Wallander eine Reise in Schwedens jüngere Vergangenheit, in die Zeit des Kalten Krieges, in die Zeit der Spionage. Der Fall ist gut recherchiert, äußerst spannend und doch beschlich mich beim Lesen das Gefühl, daß Mankell hier vor allem selbst Abschied nimmt von einer seiner berühmtesten Romanfiguren....das ganze Buch ist eigentlich nur ein Epilog auf all die vorhergehenden Fälle des so menschlichen Wallander.
Und so entläßt er den Leser nach fast 600 Seiten mit einem wehmütigen Gefühl. Kurt Wallander ist - wie auch sein Erfinder - alt geworden, er entschwindet in die grausame Welt der Alzheimer Krankheit. Trotzdem wird er als fiktive Ermittlerfigur immer einen herausragenden Platz behalten innerhalb der - meist nicht so erinnerungswürdigen - Welt der europäischen Krimiliteratur.

Danach ist nichts mehr. Die Erzählung von Kurt Wallander geht unwiderruflich zu Ende. 
Die Jahre, die er noch zu leben hat, vielleicht zehn, vielleicht mehr, 
sind seine eigene Zeit...keines anderen Menschen Zeit.
(Henning Mankell, Der Feind im Schatten, Epilog)