Samstag, 26. Juli 2014

Wer bin ich schon....

Heute veröffentlichte der von mir sehr geschätzte Konstantin Wecker auf Facebook den folgenden Text:


Wer bin ich



Ich habe es sehr aufmerksam gelesen und wollte es hier auf meinem Blog mit euch teilen, weil es mir aus dem Herzen spricht. Tatsächlich frage ich mich oft, wo eigentlich die Wahrheit liegt. Wir werden überflutet mit Halbwahrheiten (siehe all die aktuellen Nachrichten über das Weltgeschehen), wir werden beeinflußt von Tatsachen, die in ihrer nachträglichen Interpretation mich dann jedoch hilflos zurücklassen; wir stellen so oft fest, daß das "Wahre" von heute morgen schon wieder schal erscheint....und inmitten dieser Welt versuchen wir, unseren Platz zu finden. 
Ich bin weit davon entfernt, der Perfektion nachzujagen, weiß ich doch, daß niemand und nichts auf der Welt perfekt ist. Auch ich habe schon lange allen Heilslehren abgeschworen, sind sie doch in sich selbst allzeit fraglich und allzu fragil. Und so gibt es nicht das "Richtige" und das "Falsche" in meinem Leben. Es gibt nicht den "Guten" und den "Bösen" unter meinen Mitmenschen. Und es ist auch ein Stück Ohnmacht, die ich täglich empfinde und die mich dann notgedrungenermaßen dazu auffordert, einen Menschen oder einen Sachverhalt von mehreren Seiten zu betrachten. Und so bewege ich mich in meinem Leben ständig in einer Art Grauzone, zwischen allen Stühlen, immer gewahr, daß es das absolut Richtige, Falsche, Wahre und Unwahre nicht geben kann, ja, nicht geben darf. 
Sollen wir denn Mensch bleiben wollen, müssen wir irren, suchen, hinterfragen, revidieren...und vor allem: uns selbst nicht zu ernst nehmen!
Und so interpretiere ich Weckers Text für mich: auf der Seite des Herzens gibt es keine Absolutheiten, nur gütiges Wohlwollen und vielseitiges Betrachten!