Montag, 22. September 2014

Aus hohlen Augen....

Noch immer ist geruhsame, freudige, kuschelige, beruhigende "Tochter-Zeit" in unserem Hause....
Deshalb nur schnell ein Beitrag, weil etwas mich heute so nachdenklich-traurig gemacht hat. Anläßlich der Trauerfeier des vor kurzem verstorbenen Blacky Fuchsberger veröffentlichte der Bayerische Rundfunk heute auf Facebook das folgende Gedicht, das Fuchsberger vor zwei Jahren anläßlich seines 85. Geburtstages geschrieben hatte:

Aus hohlen Augen grinst er Dich an
und sagt: Kommst Du freiwillig mit, alter Mann?
Wehren ist zwecklos, mach Dich bereit
für den letzten Schritt in die Ewigkeit.
Du schaust und legst zum Ende
in seine Hände deine zitternden Hände.
Im brechenden Auge ein Hoffnungsschimmer
und dann gibste den Löffel ab - für immer.


Warum schreibe ich das jetzt hier? Seine Worte erinnerten mich einfach an die letzten Lebensmonate meiner Mutter, als sie mich eines Tages im Oktober anrief und sagte, ich solle kommen, sie brauche mich. Das erste Mal seit meinem Umzug nach Griechenland, daß sie diese Worte gebrauchte. Und ich wußte, es war ernst. Ich ließ alles liegen und stehen und flog zu ihr. Und dann, in jenen drei gemeinsamen Wochen, die immer wiederkehrenden Worte, daß sie jetzt, mit 85 Jahren, nur noch den Tod zu erwarten hätte....
Ich habe es damals nicht wahrhaben wollen, sie war nicht krank, habe es nicht verstanden, meinte, sie müßte doch glücklich sein, so alt werden zu dürfen, wohingegen so manche Freunde in meinem Alter bereits sterben mußten....
Aber so kann man das wohl nicht sehen, wenn man 85 ist. Da ist es tatsächlich schlichtweg so, daß die innere Einsamkeit unendlich ist, daß nicht mehr viel bleibt, worauf man sich freuen kann, was man erwarten kann....das Ende ist einfach zu nah!