Donnerstag, 6. November 2014

Die Montagsfrage am Donnerstag..........

Wie immer, bin ich auch diesmal wieder mit einigen Tagen Verspätung auf  Ninas letzte "Montagsfrage" gestoßen...(entgegen der Meinung mancher Freunde, ich sei "unentwegt" im Internet unterwegs!!!).

Nina fragte diese Woche ihre geneigten Blogleser: Habt Ihr Euch schon mal vor einem Buch gedrückt, obwohl Ihr es eigentlich lesen wolltet?
Nun, diese Frage kann ich nur mit JA beantworten....und nicht nur EIN Buch "verfolgt" mich schon seit vielen Jahren.... 
Ich drücke mich vor so einigen Büchern, die ich zwar seit Jahren gerne lesen würde, wobei ich aber irgendwie spüre, daß deren Zeit noch nicht gekommen ist. Ob ich diese Bücher nun im Laufe meines verbleibenden Lebens lesen werde, weiß ich nicht. Vielleicht verpasse ich am Ende auch einfach den richtigen Moment. Oder reiße ich mich gar einfach nicht am sprichwörtlichen Riemen - literarisch gesehen? 
Ulysses war so ein Fall: Vorletzten Sommer habe ich mich mit geradezu todesmutiger Verachtung auf die Lektüre eingelassen, unbeeindruckt vom tobenden Leben um mich herum - und ich wurde am Ende so reich belohnt!!!  Und dennoch stehen (zu meiner Schande?) weitere "Große" der Weltliteratur auf meiner "Drückebergerliste":  Dostojewski,  Doderer, Proust, Dickens, Twain etc. pp......
All ihre Bücher stehen seit Jahren in meinem RUB (Regal ungelesener Bücher), und wie oft ich sie auch in die Hand nehme, immer wieder zieht es mich genauso oft auch weg von ihnen. Woran liegt das? Keine Ahnung...ich schiebe es immer auf den "unpassenden Moment", aber das mag es wohl auch nicht immer sein!
Manchmal glaube ich schlichtweg, daß es auch in der Bücherwelt eine Art von Reizüberflutung gibt: Zu viele Bücher stürmen auf uns ein; je nach persönlicher Präferenz findet ein jeder von uns unzählige Neuerscheinungen. Ein Leben allein reicht nicht aus, um all das zu lesen, wofür man sich eigentlich interessieren würde, es sein denn, man kann sich den Luxus leisten, NICHTS zu tun außer zu lesen. Oftmals beneide ich diese Menschen, die sich ausschließlich mit dem Lesen beschäftigen können bzw. dürfen: ein Mönch in einer mittelalterlichen Bibliothek zum Beispiel (Umberto Eco läßt grüßen!). Aber diese Weltabgewandtheit wäre im Grunde auch kein Leben für mich !!!
Also, um die Frage von Nina abzuschließen: Alles ist wahrscheinlich gut so, wie es ist. Ich lese seit ich denken kann mit ungetrübter Leidenschaft, und so manches Buch "auf der Warteliste" mag im Laufe der kommenden Jahre doch noch zu seinen Ehren kommen, so Gott -oder wer auch immer- will.......