Montag, 3. November 2014

Kriminelles Wochenende...

Das Wochenende habe ich nach langer Zeit mal wieder fast ausschließlich in der Horizontalen mit Lesen verbracht.
Eine Freundin brachte mir neulich drei Krimis vorbei, und irgendwie passten die jetzt zu meinem "wochenendlichen" Wunsch, einfach nur mal abzuschalten und nicht mehr denken zu müssen...

Nach der letzten, überaus interessanten und sehr empfehlenswerten Lektüre der Biographie von Katia Mann mußte ein Kontrastprogramm her, und so ging es nun hinab in die Niederungen von grausigstem Mord und Totschlag:

 

Um es kurz zu machen, die Amerikanerin Linda Castillo ist recht bekannt für ihre Krimis, ich persönlich würde die Bücher in die Kategorie amerikanische Regionalkrimis einordnen. Die Ermittlerin lebt in Ohio inmitten von "Engländern" und einer großen Amish-Gemeinde, der sie aber seit Jahren und aus eigenen Stücken nicht mehr angehört. Deshalb dreht sich in den Büchern auch viel um die persönlichen und beruflichen Konflikte, die daraus entstehen. Das Thema interessierte mich, aber einen wirklichen Einblick in das Leben der Amish gewinnt man nicht, zu oberflächlich bleibt Alles - zumindest mir waren die diesbezüglichen Informationen längst bekannt. Beim Lesen des zweiten Buches lassen die vielen Wiederholungen das Thema um die Lebensweise der Amish People denn auch schnell langweilig werden - es darf weitergeblättert werden!
Was mich zuden gelangweilt hat: Natürlich fehlt auch nicht das Techtelmechtel mit einem externen Profiler, der zu den Ermittlungen hinzugezogen wird und die Heldin am Ende rettet und in seine starken Arme schließt... Also, alles wie gehabt und so oder ähnlich schon hundertmal gelesen. 
Der einzige Vorteil dieser beiden Bücher für ein entspannendes Lesewochenende: man mußte wirklich nicht allzuviel denken beim Lesen...

Der dritte Krimi verspricht nun allerdings ein anspruchsvolleres Lesevergnügen, zumindest auf den ersten 150 Seiten muß man schon mal höllisch aufpassen, um den Anschluß nicht zu verlieren...Psychologisch sehr viel fundierter und interessanter geht es in diesem Buch zu, nicht so flach und absehbar wie bei Castillo, wie mir scheint. Der schwedische Kriminalpsychologe Sebastian Bergman wird bei einem Besuch in seinem Heimatstädtchen in den Fall eines ermordeten Jugendlichen verwickelt....
3Sat Kulturzeit urteilte 2011 über das Erstlingswerk des schwedischen Autorenduos: "Ein beeindruckendes Krimidebüt - psychologisch dicht, mit unerwarteten Wendungen und einem ungewöhnlichen Ermittler". Nun, ob das wirklich so ist, weiß ich noch nicht, noch liegen weitere 450 Seiten vor mir, aber oft merkt man den Qualitätsunterschied bei Krimis doch schon sehr schnell...
So, das war's mal wieder von der "Lesefront", ich und mein Blog sind wieder auf dem neuesten Stand der Dinge!
P.S. Ein paar Tage später: ich kann meinen ersten Eindruck nur bestätigen...der Krimi ist wirklich sehr gut!