Sonntag, 16. November 2014

Übersättigung....

An diesem bewölkten Sonntagmorgen, bei meiner ersten Tasse Kaffee und beim obligatorischen Nachlesen, was es so Neues gibt auf Facebook, stolperte ich über einen Post, der für eine Verkaufsmesse an diesem Wochendende in Athen warb...
In diesen Wochen vor Weihnachten jagt nun ein Basar den anderen, unter dem Label "Handmade" werden die Menschen so bombardiert, daß ich mich fragen muß, was tue ICH da eigentlich?
Da wird genäht, gestrickt, gehäkelt, geklebt, decoupiert, gelötet, angerührt, bemalt, geknotet, was das Zeug hält...Es gibt Nichts, was es nicht gibt. Vor allem auf dem Schmuck- und Dekosektor ist das Angebot mittlerweile unüberschaubar geworden. Beim Ansehen der Photos dieser unzähligen Verkaufsstände überkommt mich dann schon fast Überdruß: Als Besucher wäre ich total überfordert. Ich würde wahrscheinlich irgendwann einfach gehen, ohne etwas gekauft zu haben...
Vor 10 oder 20 Jahren noch war etwas Handgemachtes hier etwas Besonderes. Mittlerweile muß ich feststellen, daß das Wort niemanden mehr hinter dem Ofen hervorholt. Wie ich neulich schon in meinem Post über Kreativität schrieb, hat dieses Überangebot auch mit der Krise zu tun, denn jeder, der nicht gerade zwei linke Hände hat, versucht, sich auf diese Art finanziell über Wasser zu halten. Der Negativeffekt folgt natürlich auf dem Fuße: Eine Torte hat naturgemäß nur eine begrenzte Anzahl an Stücken, und diese Stücke sind kleiner, fast minimal geworden, denn auch die Torten per se werden kleiner und die Kunsthandwerkler immer zahlreicher...
Und so sitze ich an diesem Sonntag hier und stelle zuallererst auch meine Existenz in Frage. Ich bin nichts Besonderes mehr in der Menge der kleinen Hersteller. Aber, wie vielen Anderen, bleibt auch mir nichts anderes übrig als weiter zu falten, weiter zu kleben, eben weiter zu wurtschteln (was ich heute Nachmittag auch werde tun müssen)...
Welch ein Dilemma, in das uns diese Krise hier katapultiert hat! Ich habe es so satt!