Montag, 29. Dezember 2014

Jeder erzählt Anekdoten über das, was ihm widerfahren ist, und durch die bloße Tatsache, daß er es erzählt, entstellt und verdreht er es schon....- Javier Marias

Tiefgründige Schriftsteller-Weisheiten finden sich in dem Buch, das ich vor dem Jahresende noch fertiggelesen habe: Javier Marias, Autor der so wunderbaren Romane "Dein Herz so weiß", "Aller Seelen", "Morgen in der Schlacht denk an mich" und "Die sterblich Verliebten" schreibt nun in diesem Buch über das Schreiben selbst.
So gibt es auch keine Handlung, sondern eigentlich nur eine Anreihung von Einsichten in seine schriftstellerische Praxis und die Reflektion über die Reaktionen auf seine Bücher , vor allem geht es um seinen Oxford-Roman "Aller Seelen".  Marias geht dabei der Frage nach, wieviel, auf welche Weise und warum selbst Erlebtes in seinen eigenen Roman Eingang gefunden hat. Das war stellenweise echt hochinteressant, oft auch amüsant. Es versteht sich von selbst, daß man diesem Mann gerne "zuhört", nach wie vor schreibt er einfach in einer wunderbaren Sprache - selbst in seinen ellenlangen Sätzen läßt man sich gerne verzaubern. Dem Leser wird dieser Autor ein gutes Stück nähergebracht.
Deshalb will ich das Buch hier nur kurz denjenigen empfehlen, die Javier Marias Romane auch gelesen haben!!!

Ich bin nicht der erste Schriftsteller und werde auch nicht der letzte sein, 
dessen Leben durch das bereichert oder verdammt oder nur verändert wird, 
was er erdacht oder erdichtet und geschrieben und veröffentlicht hat.