Montag, 30. März 2015

Nicht gerade ein Fehlkauf....

....aber dennoch muß man dieses Buch von Umberto Eco nicht gelesen haben.
Mir ist es gebraucht in die Hände gefallen, und natürlich kann ich persönlich einen "Eco" nicht lange ungelesen im Regal stehen lassen.
Das Buch ist eine Sammlung von Vorträgen, Bucheinleitungen und Essays, die der Hanser-Verlag dann im weitesten Sinne unter dem zugegebenermaßen ansprechenden Titel "Die Kunst des Bücherliebens" zusammengefaßt hat. Manchmal hält ein Buch aber nicht das, was der Titel so verspricht.... Und hier hat der Verlag krampfhaft versucht, zu viel Verschiedenes unter einen Hut zu bringen. In den ersten Kapiteln geht es um die Bibliophilen und die Bibliomanen, ihre Art und Beweggründe, Bücher zu sammeln. Danach kommen Gedanken über den Wert bestimmter Bücher, über Einträge in antiquarischen Katalogen und Ähnliches. So manch Einer mag schnell über diese sehr speziellen Kapitel hinweglesen, was ich auch gemacht habe...

Dennoch: Eco wäre nicht Eco, wenn man dann nicht doch einige für ihn so typische, launische Betrachtungen entdecken würde: für Kunstliebhaber sehr interessant das Kapitel über die verschiedenen Lesearten des berühmten Stundenbuches des Duc de Berry, einfach köstlich das Kapitel über Shakespeare und Bacon, und last but not least der verschmitzte innere Monolog eines E-Books. Und da ist er dann doch wieder, der gewitzte, intelligente und so unglaublich belesene Umberto Eco, wie wir ihn aus seinen Glossen kennen....

Mehr kann ich zu diesem Buch nicht sagen. Wenn es euch "über den Weg" laufen sollte, lest rein und entscheidet dann für euch selbst, ob ihr es kaufen wollt.