Donnerstag, 2. April 2015

Carpe Diem...

Nächtliche Stille. Die beste "Tageszeit" schon seit ich denken kann. Das vielfältige Rumoren der Tagesstunden, angefüllt mit unserem alltäglichen Leben, das bewältigt werden will, hat ein Ende gefunden. Spät abends erst kehrt die so notwendige Ruhe ein. Endlich, endlich Zeit zum Lesen, zum Nachdenken, zum Sein...

Unser Leben braust unter Tags so unerbärmlich. Die vergangenen Tage waren angefüllt mit Schreckensmeldungen in den Nachrichten, "blood on the rooftops" der Weltengebäude, wie es in einem Lied heißt. Alles wie gehabt. Die eigenen Existenzängste und Probleme. Alles wie gehabt.
Nur in den stillen Nachtstunden verblassen diese Dinge wundersamerweise, so als würde sich endlich ein erbarmender, das Brausen verschluckender Nebel über die Wirren des Tages legen. Und dann geschieht manchmal, daß ich diese Stunden nicht loslassen will, trotz aller Müdigkeit, weil sie so heilsam sind, so einlullend.
In den Zimmern nebenan schlafen friedlich meine beiden liebsten Menschen (ja, seit heute ist auch meine Tochter wieder bei mir). Und dieses Wissen beruhigt mich so und läßt mich dankbar sein.
Weil alle Probleme, alle Ängste, alle Widrigkeiten denn doch irgendwie nichtig werden.
"Carpe Diem"! Ein Lebensmotto, das uns Allen so erstrebenswert und unserem Dasein zu zuträglich erscheint. Und doch sind es gerade diese zwei so einfach dahingesagten Wörter, die schwerer als alles Andere in die Tat umzusetzen sind...
Aber jetzt liegen zehn wundervolle "Tochtertage" vor mir. Ich hoffe, ich kann sie "einfangen" - vor allem die Tagesstunden und nicht nicht nur die Nachtstunden!