Dienstag, 21. April 2015

Nachrufe....

Wie ich neulich mit meiner Freundin feststellte, sterben langsam aber sicher all die Persönlichkeiten, die unser Leben nachhaltig beeinflußt haben.
Vor wenigen Tagen zum Beispiel erst verstarb Günter Grass, kürzlich erst Siegfried Lenz, Richard von Weizäcker und Fritz J. Raddatz, ...
Mit all ihnen bin ich irgendwie aufgewachsen. Bücher von Lenz oder Grass standen auf der unbedingten Leseliste meiner Generation - vor allem "Die Blechtrommel" oder "Deutschstunde". Alle, Weizäcker, Raddatz, Grass und Lenz, gehörten der Generation meiner Eltern an, und wie meinen Eltern ward ihnen ein langes, efülltes Leben beschert. Trotzdem - oder gerade deshalb?- macht ihr Tod mich so melancholisch...
Um bei der Literatur zu bleiben, stand mir persönlich "Deutschstunde" immer näher als "Die Blechtrommel". Trotz dieser rein subjektiven Präferenz faszinierte mich dennoch die Komplexität der "Blechtrommel", unterstützt noch durch die meisterhafte filmische Adaption von Schlöndorff aus dem Jahre 1979...(Der spätere Grass konnte mich nicht mehr so überzeugen, auch den Nobelpreis fand ich nicht gerechtfertigt - vor allem im Vergleich mit anderen, internationalen Autoren).
Aber für mich waren es jene Jahre, die mich als Studentin in den Sog der Literatur zogen. Entscheidende Jahre, unvergessene Jahre.
Deshalb machen mich derartige Todesnachrichten dann auch irgendwie traurig. Eine persönliche Epoche endet. Ich werde mir unwillkürlich meines eigenes Alters bewußt....wie beklemmend!




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