Freitag, 17. Juli 2015

Tage.......

Es gibt so Tage....
Normalerweise ist die Arbeit in meiner kleinen Werkstatt ja äußerst abwechslungsreich, dennoch gibt es auch durchaus stupide Tätigkeiten, die aber gemacht werden müssen. Und so habe ich den Vormittag heute damit verbracht, gefühlte 1000 Seiten Papier zu falzen....
Da ich sonst sehr viel Konzentration benötige, muß doch immer alles millimetergenau ausgemessen, errechnet, zugeschnitten und vorsichtig kaschiert werden, können solche rein mechanischen Tätigkeiten auch etwas Angenehmes in sich bergen: Ich kann mir dabei meinen geliebten "Don Giovanni" mal wieder in Ruhe anhören und die Gedanken einfach schweifen lassen. Liegt dann auch noch Katerchen zufrieden schnurrend zu meinen Füßen unter der Werkbank, dann könnte ich fast der Illusion erliegen, die Welt wäre schön, gut und gerecht....
Daß dem ganz und gar nicht so ist, bezeugt ein Blick auf die Nachrichten eben: Die ersten sommerlichen Waldbrände haben eingesetzt rund um Athen, ein Löschflugzeug ist gerade abgestürzt! Griechenland brennt mal wieder... nicht nur im übertragenen Sinne!

Begegnungen...darüber mußte ich heute nachdenken. Wie ich ja schon oft schrieb, hat die Krise uns etwas auf uns selbst zurückgeworfen. Das hat zum Einen damit zu tun, daß viele von uns einfach nicht mehr die finanziellen Möglichkeiten haben, so wie früher ab und an mal ins Kino, Theater, ins Konzert oder auch mal in eine Taverne zu gehen. Zum Anderen fehlt auch oft einfach die Lust, sich mit Freunden und Bekannten zu treffen. Jeder trägt sein eigenes Päckchen und kämpft mit seinen Dämonen, was so überaus kräftezehrend ist, daß nur noch selten Atem für persönliche Begegnungen bleibt...zumindest ergeht es mir so.

So reduziert sich manche "Begegnung" in dieser unserer Zeit zum Beispiel auf die "social media"...
Da gibt es unschöne, unerhebliche, aber eben auch schöne Begegnungen, die dann unsere Tage ab und an etwas erhellen. Da kann man dann doch von Zeit zu Zeit etwas schmunzeln oder laut rauslachen. Manche dieser Begegnungen bleiben flüchtig wie vorbeifliegende Vögel, andere mögen nachhaltiger sein...
Beides kann gleichermaßen in diesen Krisenzeiten wichtig sein, so sehr wir auch unsere Computer, Smartphones etc. meiden sollten. Wir dürfen ja nicht vergessen, sie sind zutiefst unwirkliche Begegnungen....
Auch dies eines der Paradoxa oder die Folge (?) eines Lebens inmitten einer wirtschaftlichen Krise (und natürlich nicht nur inmitten dieser)!
Aber vielleicht nehme ich das Ganze gerade mal wieder zu genau, und abschweifende Gedanken können uns ja auch oft in die Irre führen...

Virtuell oder real, wie sagte Guy de Maupassant so schön:
                          
                        Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben so lebenswert machen.




,