Sonntag, 3. Januar 2016

Aus schlecht mach neu ...

Die Weihnachtsfeiertage habe ich viel gelesen - allerdings kommt jetzt hier ausnahmsweise mal keine Lektüreempfehlung. Unter den Büchern, die ich beim diesjährigen Weihnachtsbasar erstanden habe, waren auch zwei Krimis, die ich mir bewußt für jene Lesestunden mitnahm, die aufgrund meiner Müdigkeit und Erschöpfung keine anspruchsvolle Lektüre zulassen würden.


Ich nahm also über Weihnachten zwei Krimis von Nicola Förg zur Hand - einzureihen in die Kategorie der bayerischen Regionalkrimis ...

 "Eisenherz" habe ich mit viel Ausdauer und zeitweisen Gähnattacken durchgelesen - einfach, weil ich zu faul war, mir etwas anderes auszusuchen. Das zweite Buch, "Markttreiben", öffnete ich in der Überzeugung, daß man einem Autor manchmal auch eine zweite Chance geben sollte, legte es aber nach den ersten 10 Seiten endgültig zur Seite. Mich auch da noch durchzuquälen, war dann doch zuviel verlangt!

Es gibt viele, wirklich gut geschriebene Regionalkrimis, wie z.B. die griechischen Krimis von Petros Markaris; es gibt gar Meisterliches wie aus der Feder von Camilleri oder Izzo; es gibt herrlichen Humor bei Jörg Maurer oder Klüpfel/Kobr; es gibt wunderbares venezianisches Lokalkolorit in den Büchern von Donna Leon ...
Aber diese beiden Bücher hier waren in ihrem Aufbau, ihrer Personenzeichnung und ihrer Handlung so schlecht, seicht und absolut dröge, daß ich mir das Elend dann doch nicht noch ein zweites Mal antun konnte.

Wenn man solche Bücher herumstehen hat, stellt sich ja immer die Frage, was mache ich nun damit? Erste Option: für den nächsten Bücherbasar aufheben. 
Zweite Option: ab damit in die Recyclingtonne
Dritte Option: etwas Sinnvolleres daraus gestalten

Ich entschied mich für die dritte. Und so faltete ich gestern abend vor mich hin und konnte zwei neue Buchstützen herstellen, die mittlerweile schon zum Standardrepertoire meines Shops gehören und immer gern gekauft werden ... 



Also, nichts für ungut, Frau Förg, selbst das schlechteste Buch ist noch zu irgendetwas nütze - wie es Plinius der Jüngere einmal so oder ähnlich ausgedrückt hat  ...

Meine Lust auf Krimis hat sich nun wieder etwas gelegt, und so freue ich mich auf das Weihnachtsgeschenk einer lieben Freundin, auf den letzten, unvollendeten Roman von Wolfgang Herrndorf - der Kontrast zu Nicola Förg könnte größer wohl nicht sein !