Freitag, 21. Oktober 2016

Zungenfertigkeit ...






Heute stieß ich durch Zufall auf das Zitat von Shaw. Dies brachte mich zum Nachdenken über so Vieles, was wir z.B. auf Facebook zu vereinzelten politischen Äußerungen lesen können. Da schimpfen wir, da entrüsten wir uns, da sezieren wir jeden Satz und jede Wortvergewaltigung unserer unsäglichen Politdarsteller, quer durch alle Parteien.

Aber wir sollten dabei nie vergessen, dass all das, was diese Leute so von sich geben, wohl überlegt, rhetorisch eiskalt kalkuliert und - vor allem - vorher genau abgesprochen ist. Gerade während Wahlkämpfen sehen wir das parteiübergreifend. Die meisten Wahlversprechen erweisen sich im Nachhinein als Wahlversprecher. Wir erleben es gerade in Amerika, und auch in Deutschland hat der Wahlkampf aufgrund der Flüchtlingsdebatte schon längst begonnen. Was hat es also für einen Sinn, sich auf einzelne politische Äußerungen zu stürzen, sie im Internet zu zerpflücken und unendlich zu teilen? Indem wir dies tun, messen wir diesen sprachlichen Auswürfen nicht viel zu viel Bedeutung bei? Und gehen wir damit vielleicht genau in die Fallen, die unsere Politdarsteller uns Bürgern bewußt stellen? 
Denn jenseits dieser rhetorischen Brocken, die uns da hingeworfen werden, findet die große Politik statt - ohne Rücksicht auf Verluste.