Donnerstag, 13. April 2017

Καλό Πάσχα - Frohe Ostern ...

Was macht nun ein Ungläubiger mit dem anstehenden Osterfest?  Er erkennt einfach, daß es oft nicht mit wirklichem Glauben zu tun hat. Eher mit Tradition, mit Gewohnheit, mit Brauchtum. 
Lebt man noch dazu in Griechenland, kann man sich dem ganzen Oster-Brimborium auch nicht wirklich entziehen.  In der Karwoche wünscht man jedem, mit dem man redet, notgedrungenermaßen ein frohes Osterfest und die floskelhafte  „frohe Auferstehung“.  Die meisten Freunde und Bekannte fahren in ihre Heimatorte,  gehen in der Osternacht in die Kirche und zünden die obligatorischen Osterkerzen an.  Danach trifft man sich zu Hause, bei Verwandten oder Freunden und isst die traditionelle μαγειρίτσα, eine Suppe aus Gemüse und Eingeweiden.  Am Ostersonntag dann feiert man mit dem obligatorischen gegrillten Lamm. Ein schöner Brauch – nicht mehr und nicht weniger in meinen Augen.
Seltsamerweise habe ich nichts gegen diese Traditionen und Bräuche, wenn man sie denn für sich selbst offen und ehrlich als religiöses Relikt und traditionelle Reminiszenz anerkennen würde. Ich wünschte mir, dass nicht alles so heuchlerisch religiös verbrämt wäre.  Ich respektiere seit jeher diejenigen  Gläubigen, die ihr Leben wirklich ihrem Glauben gewidmet haben. Aber die meisten der an Ostern (oder Weihnachten) plötzlich so gläubigen Menschen rennen doch an den anderen Sonn- und Feiertagen des Jahres auch nicht in die Kirchen. Sie frönen in Wahrheit einem „säkularen“ Glauben – also einem Widerspruch in sich selbst …
Ich selbst bleibe in Ermangelung eines Glaubens gern bei der Vorstellung eines traditionellen Brauches, der gerade hier in Griechenland sehr schön gefeiert wird.

In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Freunden an diesem Gründonnerstag Abend Καλό Πάσχα, frohe, geruhsame Ostertage, mit oder ohne Lamm, aber  mit einem augenzwinkernden Zitat …