Mittwoch, 23. August 2017

Anteilnehmende Freundschaft macht das Glück strahlender und erleichtert das Unglück - Cicero

 Eine witzige TITANIC-Karikatur und ein Zitat von Paul Heyse brachten mich heute mal wieder dazu, über Freundschaft nachzudenken.
Wenn man die Karikatur nicht ganz „wörtlich“ nimmt und von der Konstellation Mann-Frau absieht, steckt doch ein Körnchen Wahrheit darin: 
Egal ob Mann oder Frau, wir alle wollen nicht jederzeit ungefragte gute Ratschläge von unseren Freunden und Mitmenschen bekommen. Wir wollen vielleicht manchmal nur die Seele erleichtern und brauchen einen geduldigen Zuhörer. Wir brauchen manchmal all die (sicherlich gut gemeinten)  "konstruktiven Vorschläge" nicht; Antworten finden wir eh meist selbst, wenn wir uns wieder beruhigt haben und klarer denken können. Benötigen wir tatsächlich Ratschlag, werden wir ihn schon suchen. 
Was wir aber brauchen von unseren Freunden, ist meist ganz einfach ein mitfühlender Blick, ein liebevolles Wort, eine empathische Geste. Nichts weiter ...



Was Paul Heyse schreibt, beleuchtet die Freundschaft von einer anderen Seite:

Da ist die Freundin, die sich als alleinerziehende berufstätige Mutter großartig durchs Leben geschlagen hat und heute ihre Rente in ihrem wohlverdienten Häuschen am Meer genießt; da ist die Freundin, die nach einem langen, psychisch sehr anspruchsvollen Berufsleben mit viel Elan Mittel und Wege sucht, ins "Land ihrer Träume" ziehen zu können; da ist die Freundin, die viele Jahre lang selbständig war und die Tücken dieses Daseins nur allzu gut kennt; da ist die arbeitslose Freundin, die undenkbare finanzielle Nöte am eigenen Leibe erlebt, trotzdem nie den Mut verliert und neue Wege für sich selbst beschreitet ... 


In all ihnen kann ich ein Stück von mir selbst wiedererkennen: die lebenslange Berufstätigkeit, die finanziellen Nöte, die Liebe zu Griechenland, das Dasein als Selbständige, das sich immer wieder Aufrappeln etc..  Und so sind sie mir in ihren ähnlichen Erlebnissen eine wie die andere sehr nah - Seelenverwandte alle zusammen. 

Sie halten sich zurück mit "konstruktiven Vorschlägen", weil sie vielleicht aus ihren eigenen ähnlichen Erfahrungen heraus über die nötige "Seelenkunde" verfügen. 
Sie stehen mir einfach nur zur Seite, wenn ich mal wieder versinke. Sie nehmen mich im übertragenen Sinne einfach nur in den Arm. Sie muntern mich auf - und, ganz wichtig: 
sie bringen mich oft zum Lachen! 
Sie haben einfach das Talent zur Freundschaft  ...

All ihnen widme ich diese meine Gedanken heute ...