Sonntag, 15. Oktober 2017

Komm! Wir wollen dir versprechen Rettung aus dem tiefsten Schmerz! - Goethe (Vorwort des gemeinsamen Tagebuchs meiner Eltern)

15. OKTOBER
Zeit als Abziehbild des Voranschreitens wie auch des Rückschreitens, nie des Stehenbleibens. 
Jeder von uns erlebt seine eigene Zeit anders. Manchen kann es gar nicht schnell genug gehen, manchen nicht langsam genug. Und mittendrin in dieser unserer Zeit wünschen wir uns nicht selten, sie würde zur Abwechslung einfach mal stehen bleiben und unserem so atemlosen Leben eine Nicht-Zeit gönnen.
Da die Zeit aber mitnichten stehen bleibt, müssen wir uns unsere eigenen Nicht-Zeiten selbst kreieren. Wir müssen manchmal einfach aus dem Perpetuum mobile der Zeit heraustreten, uns einfach neben sie stellen. Das gelingt nicht immer, weil die Zeit ja auch einen krakenhaften Charakter hat: sie umfängt uns, umschließt uns mit ihren Fangarmen, lässt uns schließendlich doch nicht aus … 

Aber dennoch: Lasst uns doch ab und zu einfach „zeitlos“ werden ! 😉


Ach ja, und wenn ich an diesem ruhigen Sonntag schon über die Zeit sinniere: 
Heute hätte mein Vater seinen 89. Geburtstag gefeiert!  Schön, wenn er noch bei mir wäre und ich seine ausnahmslos liebevoll-klugen Ratschläge einholen könnte! Er fehlt.  

Das angefügte Porträt meiner Mutter stammt von ihm, dem talentierten Hobbymaler. Gefunden habe ich es nach dem Tod meiner Mutter in einem Tagebuch, in dem sie gemeinsam - sie literarisch und er zeichnerisch -  die Geschichte ihres Kennenlernens und ihrer Liebe dokumentierten …